Golf ist wie eine Liebesaffäre:
Nimmt man es nicht ernst, macht es keinen Spaß,
nimmt man es aber ernst, bricht es einem das Herz.

Lange hat es gedauert und war mit erheblichen bürokratischen Schwierigkeiten verbunden, bis im Osten der Algarve die beiden Plätze Quinta da Ria und Quinta da Cima entstehen konnten. Aber die Arbeit und das Warten haben sich gelohnt, denn beide Course zählen heute zu den besten und schönsten Golfplätzen, welche die Algarve zu bieten hat.

Während andere neue Plätze erst noch einwachsen müssen und hier und da noch mit verschiedenen Problemen zu kämpfen haben, war vor allem der Quinta da Ria-Course gleich zu Beginn seiner Eröffnung in allerbestem Zustand. Viel Rollrasen wurde verwendet, so dass Golfer nie den Eindruck hatten, sie wären auf einem neuen Platz unterwegs.

Landschaftlich gesehen ist dieser Platz ohnehin eine Perle. Der weltbekannte Golfplatz-Architekt Rocky Roquemore hat hier 18 Löcher in die Landschaft gezaubert, welche teilweise unmittelbar an der Ria Formosa vorbeiführen und immer wieder spektakuläre Aussichten auf den Atlantik eröffnen.

Schon von dem 1. Abschlag, einem Par 5, führt das Fairway direkt hinunter zum Meer und endet auf einem riesigen Grün. Ein kurzes Paar 3 schließt sich an und dann ein schwieriges Paar 4, welches vom Meer weg führt. Das anschließende Paar 4 ist zwar nicht so lang, erfordert aber einen sehr genauen Abschlag, um mit dem 2. Schlag den Ball aufs Grün zu legen. Nun sieht man wieder den Atlantik und darf sich mit einem äußerst komplizierten Paar 3 anfreunden, wobei links ein See und rechts ein störendender Baum ins Spiel kommt. Bei dem anschließenden Paar 5 bietet es sich an, möglichst am rechten Fairway-Rand zu bleiben, weil sich ansonsten das Erreichen des Grüns mit dem 3. Schlag – aufgrund eines immens großen Bunkers – als ziemlich schwierig gestalten dürfte. Ein langes Paar 4 führt anschließend wieder den Berg Richtung Clubhause hinauf. Hier könnten auch gute Spieler das Problem haben, mit dem 2. Schlag das erhöhte Grün zu erreichen. Fast parallel zum ersten Abschlag hat der Spieler dann ein langes und bemerkenswertes Paar 4 vor sich. Das 9. Loch zurück zum Clubhaus ist zwar relativ kurz, hat durch die vielen Bäume allerdings auch seine Tücken.

Die 10 ist ein langes und sehr schwieriges Par 4. Das Grün wird frontal von einem See und rechts von einem Bunker bewacht. Fast aussichtslos für normale Spieler, hier mit dem 2. Schlag auf dem Grün zu sein. Besser hier den sicheren Bogey in Kauf nehmen. Ein Par 5 schließt sich an, bei welchem die einzige Schwierigkeit in dem stark ondulierten Grün liegt. Das folgende Par 4 ist sehr schön und sollte keinerlei Probleme darstellen. Ganz anders dagegen das folgende Par 3. Hier greift mancher schon mal zum Driver, um sicher auf dem Grün zu landen. Spektakulär ist auch das nächste Par 4. Ein Abschlag an den Rand des Sees und dann mit einem kleinen Eisen übers Wasser ist hier die richtige Taktik. Das folgende Par 4 ist nur lang und nichts Besonderes. Dagegen das anschließende Par 5 schon. Ein Fairway, welcher sich durch Wasserhindernisse schlängelt und zum Schluss noch einen gezielten Schlag aufs Grün erfordert. Allerdings ist auch das nächste Par 3 nicht zu unterschätzen. Wer hier nicht genau trifft, landet entweder rechts im See oder links im Bunker. Die Schlussbahn, ein Par 4, ist etwas für Longhitter. Denn hier sind 2 tüchtige Schläge vonnöten, um das 18. Loch vernünftig abzuschließen.

Eine Runde auf Quinta da Ria ist für Golfer aller Spielklassen ein wunderbares Erlebnis. Einige Löcher bieten echte Herausforderungen, aber wer präzise ist und auf den Fairways bleibt, kann auf diesem Platz auch sein Handicap spielen. Und wenn es nicht geklappt hat, sollten zumindest die einzigartige Landschaft und das abschließende Bier in dem gemütlichen Clubhaus in guter Erinnerung bleiben.